Muskel-Evolution – der Steinzeit näher als wir denken

Co-Autoren Lisa Duhme und Jürgen Woldt

Es ist noch gar nicht so lange her, da wusste man über die Muskeln des Körpers zwar, dass sie verkümmern, wenn wir uns nicht bewegen. Auf diesen funktionellen Aspekt beschränkte sich jedoch weitgehend unser Verständnis vom Sinn und Zweck der Muskulatur. Die rasante Geschwindigkeit von Wissenschaft und Forschung bringt jedoch immer wieder neue erstaunliche Eigenschaften und Fähigkeiten des Muskelsystems zutage. Erkenntnisse, die die Forschungsergebnisse eines interessanten Wissenschaftlers zunehmend unterstützen. Jürgen Woldt, Gesundheitsforscher aus Herne, konnte in jahrzehntelanger Forschung mit seinem Gesundheitsmodell BodySense eine ganz entscheidende Lücke im Gesundheitssystem schliessen: den Zusammenhang und die enge Wechselwirkung zwischen Muskeln und Emotionen. Sichtbar gemacht hat Jürgen Woldt diesen Zusammenhang mithilfe eines weiteren daran zentral beteiligten Kräftesystems, der Natur.

Unsere Muskeln als Universal-Versorger

Dass unser Körper, speziell unser Muskel-Bindegewebe der Ort ist, an dem bei Bewegung die myofascialen Prozesse einen gewaltigen „Datenfluss“ aus Information und Botenstoffen (Myokine) in den Körper entsenden, ist inzwischen bereits bekannt. Auch wenn viele Erkenntnisse dazu noch neu sind und auch immer wieder neue Entdeckungen hinzukommen, sind wir mit unserem Körper der Steinzeit näher, als wir denken. Stoffwechsel und Muskeln haben sich im Laufe der Evolution nämlich nicht verändert – der Mensch war früher und ist auch heute noch auf Bewegung ausgelegt. Wir jedoch erfüllen dieses lebensnotwendige Bewegungskonzept nicht mehr. Wir sitzen täglich viele Stunden am Schreibtisch, bewegen uns kaum noch und rutschen in eine gefährliche Falle. Denn durch die ausbleibende Bewegung bleibt auch die zur Aktivierung sämtlicher Stoffwechselprozesse notwendige Freisetzung von Myokinen aus. Für den Menschen ein fataler Nährboden für Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Hirnschlag, Nierenversagen, Herzversagen, Herzinfarkt, Stoffwechselerkrankungen, Krebs sowie auch der Verlust unseres Körpersystems zur Selbstregulation – die Liste der Zivilisationskrankheiten ist lang. Das Therapiekonzept wäre ganz einfach: natürliche Bewegung.

Muskeln senden fast 400 Botenstoffe

Bewegung ist ein elementarer Bestandteil unseres Lebens. Damit ist nicht Sport gemeint, sondern jedwede natürliche Bewegung. Doch heute leben wir im Ungleichgewicht mit unseren evolutionären Bedürfnissen. Bei körperlicher Aktivität senden unsere Skelettmuskeln als Informationsleiter ähnlich einem Glasfaserkabel eine Vielzahl von Botenstoffen aus, die einen ungeahnten Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Wie ein Dirigent ein Orchester führt, so wird durch die Myokine ein gewaltiges Zusammenspiel von Prozessen und Genen angestossen. Fast 400 verschiedene Substanzen, so weiss man heute, produziert der sich bewegende Muskel, die tief in die Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen und sogar unser Gehirn beeinflussen. So werden kognitive Leistungen durch den sogenannten BDNF-Faktor (Brain-Derived-Neurotrophic-Factor) verbessert. Bei Bewegung wird der BDNF Faktor im Gehirn und auch in den Muskeln freigesetzt und regt quasi als „Dünger für das Gehirn“ vor allem in Hirnbereichen, die von zentraler Bedeutung für das Gedächtnis und abstraktes Denken sind, neue Synapsenverbindungen an.

Die Verbindung von Muskeln und Gefühlen

Wenngleich ebenfalls bekannt ist, dass körperliche Aktivität sich positiv auf Befindlichkeit und Stimmung auswirkt, wird immer noch zu stark unser „Funktionsglaube“ fokussiert und eine ganz bedeutsame Tatsache hinten angestellt, nämlich dass unser Körper und vor allem unser Muskelsystem auch für Gefühle zuständig ist, und dass bei allen bereits beschriebenen Prozessen die Gefühle einen ganz zentralen Stellenwert haben. Das Gehirn empfängt Informationen oder „Daten“ immer erst dann, nachdem Gefühle stattgefunden haben und archiviert diese in den Bereichen des limbischen Systems. Wir können sogar sagen, unser Gehirn ist das Ergebnis unseres Körpererlebens, und das seit Anbeginn der Existenz von Leben auf dieser Erde. Unser Körper ist also sozusagen unsere zentrale „Empfindungskompetenz“. Und dies wiederum steht in ganz wesentlichem Zusammenhang mit unseren kognitiven Kräften. Denn ohne Empfindungen kann unser Gehirn nicht wachsen und arbeiten. Und auch Entscheidungen zu treffen ist ohne Empfindungen nicht möglich.

Die sensorisch oszillierende Aktivierung

Will die Muskulatur das gesamte Organsystem und alle Funktionen möglichst gut versorgen, geht dies – und das ist noch nicht gemeinhin bekannt – nur über eine spezielle sensorische oszillierende Aktivierung. Man kann die Datenmenge und Informationsdichte von Muskelbindegewebsleitern nur steigern, wenn man neben den rein funktionellen Bewegungsimpulsen zusätzliche neuronale Impulse aktiviert. Die Datenflüsse werden also durch Koppelung mit sensorischen Impulsen optimiert. Wichtig zu wissen ist dabei auch, dass dieser Nutzen über Bewegung nicht gekoppelt ist mit unserer körperlichen Leistungsfähigkeit. Es bedeutet also nicht, je fitter oder kräftiger eine Person ihre Muskeln bewegt, umso mehr Botenstoffe fließen in unseren Körper. Vielmehr geht es um die Qualität der Verbindung von sensorisch oszillierendem und Bewegungsimpuls. Doch was bedeutet das nun konkret? Und wie erzeuge ich eine so qualitative Verbindung zwischen Bewegung und sensorischem Impuls, dass ein perfektes Resultat für meine Befindlichkeit und auch für alle weiteren organischen Prozesse zustande kommt? Hier kommt das Modell des Wissenschaftlers Jürgen Woldt ins Spiel, das einen einzigartigen Weg aufzeigt, wie man Bewegung und sensorische Impulse so verbinden kann, dass die Arbeit sämtlicher Botenstoffe in unserem Körper optimal angeregt wird. Und das natürlich auf sämtlichen drei Ebenen, das heißt funktionell Muskeln, Organe und Stoffwechsel, kognitiv die Hirnleistungskraft und emotional die Welt des Wohlbefindens und der Gefühle. Das Bindeglied, dessen sich Woldt dabei bedient, ist ein spezielles Informations- und Datennetz der Natur.

Kraftträger Natur: Botenstoffe optimal freisetzen

Wir können heute durch viele Forschungen davon ausgehen, dass die Natur einen ganz entscheidenden Einfluss auf die verbesserte Freisetzung der Myokine bei Bewegung hat. Schon der bloße Anblick von Pflanzen verbessert die Stimmung oder auch die Wirksamkeit eines Trainings oder das Resultat einer Arbeit. Hinter diesem zunächst einfachen Phänomen steht jedoch eine faszinierende Gesetzmäßigkeit, die Jürgen Woldt entdeckt hat. Es gibt ganz bestimmte Mus keln mit einer ganz spezifischen sensorischen Muskelkette, die mit wiederum ganz bestimmten Naturgegebenheiten in Verbindung stehen und den Ertrag für das Wohlbefinden enorm erhöhen und sogar beschleunigen. Entstanden aus der Forschung ist eine Muskelmatrix, in der bestimmten Bewegungsmustern bestimmte Naturbilder zugeordnet sind. Führt man also ein bestimmtes Bewegungsmuster aus und betrachtet dabei das zugeordnete Naturbild, optimiert man seine gesamte persönliche Disposition. Dazu gehören beispielsweise die Stärkung des Immunsystems, die Verbesserung der Selbstregulationskraft, Steigerung von Freude, Glücksempfinden und Lebenslust, Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei gleichem Trainingsaufwand u.v.m.

Die Muskel-Organ-Tabelle

Wie komplett die Vernetzung des Muskel-Bindegewebes ist, zeigen die nebenstehende Abbildung der Muskelketten sowie auch der Auszug aus der Muskel-Organ-Tabelle, welche einen kleinen Ausschnitt der wissenschaftlichen Matrix abbildet. Bezüglich der Kommunikation zwischen bestimmten Muskeln und Organen zeigt das abgebildete Beispiel den großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major clavicularis), der in einer sensorischen Kette mit einer Vielzahl anderer Muskeln verbunden ist, die alle über diese sensorische

Muskelkette in Verbindung stehen und mit dem Organ Magen kommunizieren. Der große Brustmuskel versorgt also unseren Magen mit Informationen, (Botenstoffe/Myokine), sodass der Magen besser funktionieren kann. So haben alle unsere Muskeln Verbindungen zu allen Organen in unserem Körper. In der von Jürgen Woldt entwickelten Tabelle kann nachgeschaut werden, welche Muskeln mit welchen Bewegungen die einzelnen Organe direkt ansprechen und sie somit in ihrer Funktion unterstützen.

Bodysense – Faszinierende Fakten

Jürgen Woldt hat mit BodySense ein Gesundheitsmodell geschaffen, das in Wirksamkeit und Effizienz einzigartig ist. Durch die Erhöhung des allgemeinen Energiestatus werden jegliche mentalen, emotionalen und körperlichen Prozesse auf höchstem Energielevel versorgt und auch höchste Anforderungen ermöglicht. Die Verbesserung der Reaktionsschnelligkeit auf allen Ebenen, der Stoffwechselaktivität sowie auch der Stimmungslage und der Handlungsräume ist die Folge. Neben dem bis hierher schwerpunktmässigen Bezug auf Alltagsbewegung geht es bezogen auf sportliches Training um drei entscheidende Fakten:

1. Die Wirksamkeit eines Trainings hängt mit einer verbesserten Kommunikation all unserer Körpersysteme zusammen. Trainingsmethoden, die das berücksichtigen, sorgen hier für eine höhere Trainingseffizienz.

2. Ein Training, das das Zusammenwirken aller Körpersysteme berücksichtigt, verringert auch die Verletzungsanfälligkeit.

3. Das verlorene Bewegungsempfinden des Trainierenden wird zurückerlangt, ein von Geburt an gegebenes Lebens kriterium, das bei- mehr als 80 % der Menschen verloren gegangen ist (siehe Bericht von Lisa Duhme in der Fitness Tribüne Zeitbombe Bewegungsmangel und Ronald Grosshardt Maticek Buch Selbstregulation, Autonomie und Gesundheit)

BodySense bietet eine faszinierende Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten. Bewährt hat sich das wirksame Gesundheitsmodell schon in vielen Bereichen. Betriebliches Gesundheitsmanagement, Sport und Gesundheit, Trainingsgerätehersteller, Wellnessanlagen, privates Gesundheitscoaching und vieles mehr gehören dazu. Auch bildet Jürgen Woldt in seiner doit Akademie in verschiedenen BodySense-Schwerpunkten Trainer aus.

 

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