Was ist Wellnessintelligenz?

von Jürgen Woldt

 

 

Wellness Next Generation

Internationale Fachkonferenz für Wellness und Spa des deutschen Wellness Verbands e.V.

 

Auf der internationalen Fachkonferenz des Deutschen Wellness Verbands e.V. am 22.02.2015 in Freiburg brachte der Gesundheitsforscher Jürgen Woldt aus Herne das Thema „Stresserleben in resiliente Handlungs- und Gefühlsimpulse transformieren“ in einem Workshop auf den Plan.

Jürgen Woldt widmet sich der Erforschung des Selbstwirksamkeitsprinzips und der Selbstregulation des Menschen. Sein Forschungsinteresse ist begleitet von der Frage, welche Umstände im Leben eines Menschen selbstwirksame Fähigkeiten eröffnen. Dabei entdeckte er einen Weg, über die Körperoszillation die immanente salutogenetische Kraft des Menschen zu aktivieren.

Das Stresserleben

Wenn Stress als besondere Belastung erlebt wird, geht es darum, eine Übereinstimmung mit Handlungs- und Gefühlsimpulsen zu erreichen und sie dahingehend umzuformen, dass ein besseres Zurechtkommen mit Belastungssituationen entsteht, also eine seelische Widerstandsfähigkeit, die sogenannte Resilienz zu haben oder zu entwickeln. Unser Empfinden hat ausreichend Informationen zur Verfügung, um diesen Prozess des Umformens zu ermöglichen. Die Informationen sind der entscheidende Faktor der Transformation oder der Veränderung. Woher bezieht man diese Informationen und wie werden sie im Körper wirksam?

 

Die Wellness-Intelligenz

Auf den Wellness-Bereich bezogen wird Intelligenz zunächst als ein kognitiver Leistungsfaktor angesehen, also die Fähigkeit, Produkte im Wellnessbereich zu betrachten oder rational bewerten zu können, nutzbar zu machen. Hirnforscher sagen, dass jede Entscheidung emotional ist, erst dann wird rational begründet. Wir haben es also mit einer zusätzlichen emotionalen Intelligenz zu tun. Sie bezieht sich auf unser Empfinden und unser Gefühl. Ohne diese Intelligenz sind wir auch bei gut ausgestatteter, rationaler Leistungsfähigkeit nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Wellness-Intelligenz erschöpft sich aber nicht in der rationalen und emotionalen Intelligenz. Ein wirklich intelligentes Wohlbefinden zu schaffen, hat vor allem auch mit der Beziehung des Menschen zu seinem sozialen Umfeld zu tun. Die Fähigkeit, mit der Umgebung in Beziehung zu gehen, wird als soziale Intelligenz bezeichnet. Wellness-Intelligenz bedeutet, sich in den drei Intelligenzfeldern aufhalten zu können. Da der Mensch ein auf sich selbst bezogenes Wesen ist, das als Gemeinschaftswesen sich selbst innerhalb von Gemeinschaften auf ganz natürliche Art und Weise entwickelt und gleichzeitig dem Gemeinschaftswohl dient, ist die Frage zu stellen, was verloren gegangen ist, wenn dies bei den meisten Menschen nicht mehr funktioniert. Deshalb muss man sich mit der Selbstwirksamkeit und Selbstregulation des Menschen auseinandersetzen.

 

Die Selbstwirksamkeit und die Selbstregulation

Bei der Selbstwirksamkeit können gewünschte Handlungen durch den Menschen selbst aktiviert ausgeführt werden. Man spricht von selbstaktivierter Aktivität. Wenn der Mensch in der Lage ist, nicht nur seine eigenen Impulse für Aktivitäten zu setzen, sondern auch gleichzeitig diese in Bewegung zu bringen, spricht man von Selbstwirksamkeitsfähigkeit. Die Selbstwirksamkeitsfähigkeit korreliert mit der Selbstregulation. Die Fähigkeit der Selbstregulation besagt, durch Eigenaktivität Bedingungen herzustellen, die in unterschiedlichen Lebensbereichen zu anhaltendem und immer wiederkehrendem Wohlbefinden führen.

 

Die salutogenische Kraft

Die selbstwirksamen Fähigkeiten versteht Jürgen Woldt als immanente salutogenetische Kraft des Menschen. In jedem Menschen gibt es eine innewohnende Eigenschaft, die es ihm ermöglicht, ein glückliches zufriedenes Leben zu führen. Diese Kraft ist also auf die Gesundheit (Salutogenese = Entstehung von Gesundheit) ausgerichtet. Man spricht von einer salutogenetischen Kraft als eine Empfindungsfähigkeit, so zu leben, dass alles Tun als sinnvoll angesehen wird und man sich wohlfühlt.

 

Die Realisierung der salutogenetischen Kraft

Wie realisiert der Mensch nun seine salutogenetische Kraft, selbstwirksam zu sein und über eine hohe Selbstregulation zu verfügen? Die simple Antwort ist, dass der Körper, der für die Gefühle zuständig ist, dies ermöglicht. Unser Körper steht in Beziehung zu unserer Umwelt. Wenn der Körper über ausreichende Informationen verfügt, ist er in der Lage, diese an das Gehirn zu senden, sodass es hier zu einer kohärenten Kommunikation kommt, was bedeutet, dass das erfühlte Erlebte mit unserem Erdachten und Gedachten eine harmonische Übereinstimmung (neurobiologische Kohärenz) hat. Wie empfindet man nun diese Kohärenz?

 

Der Faktor Natur

Mit ihrer enorm hohen Informationsdichte mit Ihren Farben, Klängen, Gerüchen und Lichtspielen gehört die Natur zu den bedeutendsten Qualitäten, die wir unserem Körper und unseren Sinnen geben können. Jürgen Woldt hat diese Eigenschaft der Natur und deren Wirkung auf den sich bewegenden Menschen nicht nur bis ins Detail ergründet, sondern auch eine faszinierende und innovative Matrix erschaffen, die Grundlage ist für sein außergewöhnliches salutogenetisches Konzept. Dieses Konzept lässt sich sozusagen als „Werkzeug“ in viele Lebenswelten integrieren. So eben auch zum Beispiel bei Sportaktivitäten, beim Lernen, bei der Regeneration oder bei Heilungsprozessen und nicht zuletzt bei Wellness-Produkten. Dass die Natur der Seele des Menschen gut tut, ist bekannt. Jeder hat schon erfahren, wie erholsam und beruhigend ein Spaziergang durch den Wald sein kann, wenn man sich gestresst und erschöpft fühlt. Diese Erfahrung gibt eine Ahnung von der Regulationskompetenz, die der Natur innewohnt. Im Umgangston würden wir sagen, wir wollen den Kopf frei bekommen beim Gang durch die Natur – und tatsächlich ist es so, dass die vom Körper aus der Natur aufgenommenen unzähligen wertvollen Informationen den Kopf wieder frei machen und uns neue Wege des Denkens ermöglichen. Durch die Gegenwart der Natur erschaffen wir eine neue fühlbare Ordnung in uns. Wir regulieren unsere physischen und psychischen Prozesse. Und dies geschieht ganz von selbst.

 

Der Natur-Kurzfilm

Kann der Mensch von dieser Regulationskompetenz auch außerhalb der Natur profitieren? Ja! – Im Workshop wurden konkrete Bewegungen gezeigt in Verbindung mit einem Natur-Kurzfilm, der in jedem Bereich eingesetzt werden kann. Der Film arbeitet mit Naturbildern, welche nach einer ganz spezifischen Matrix mit eingebundenen wissenschaftlich evaluierten ideomotorischen Bewegungsbildern verknüpft sind. Weitere abgestimmte Verstärker des Konzepts sind der Einsatz von spezifisch zugeordneten Farben, Begriffen und Klängen. In der Ausstellung in Freiburg wurde dieser Film in einer Liegen-Lounge mit dem Namen SenseIntelligence präsentiert. Hier konnte jeder die Wirkung des Natur-Bewegungsfilms mit entsprechenden eingespielten Musikelementen ausprobieren. Der entwickelte Natur-Kurzfilm beeinflusst auf einfache Art und Weise die Wellness-Intelligenz.

wellnessverband.de

Wellness Next Generation Flyer (PDF)

 

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