Up to date ?

Up to Date ?

Was ist der Mensch, außer seinen körperlichen Funktionen?

Diese Frage sollte den Fitness-Studiobesitzer interessieren, denn wir leben in einer Gesundheitsgesellschaft, die gerade dabei ist, sich neu zu definieren – losgelöst von Fachkompetenzen, unabhängig von Krankheitsorganisationen und Medizin.

Jetzt schon spürbar, und in Zukunft ein bedeutsames Handlungsfeld in dieser sich neu formenden Gesundheitsgesellschaft wird eine Gesundheit sein, die Ausdruck einer Lebensqualität des Wohlbefindens und des Lebensglücks als ein allgemeiner Ressourcenpool ist. Immer mehr in den Hintergrund rückt die Vorstellung von Gesundheit als ein Funktionieren und das bloße Erreichen von sportwissenschaftlichen und medizinischen Parametern.

Wer in der Lage ist, ein Gesundheits angebot für den Menschen mit Wertschöpfung und Nachhaltigkeit zu machen, wird sich eine stabile Marktposition verschaffen. Endlich – meinen wir sagen zu können – begreifen immer mehr Menschen, wie wichtig unsere Arbeit in der Fitnessbranche ist. Und auch die Politik zieht langsam nach und er kennt die Bedeutung unserer Arbeit.

Doch sind wir wirklich up to date?

Wie steht es mit unserem Verständnis von Gesundheit und gesundem Training? Haben wir uns in den letzten Jahren eher auf die medizinische Seite hin ausgerichtet? Deckt sich das noch mit dem jetzigen Verständnis von Gesundheitsbedürf nissen der Bevölkerung? Haben wir das Angebot, von dem ein Großteil der Menschen sagen kann, dass sie es genießen und dass es ihr Leben lebenswerter macht?

Ja, wir bieten Bewegung an, sagen wir. Bewegung macht Spaß und ist lustorientiert. Stellen Sie sich einmal vor, was wäre, wenn wir eine staatliche Verordnung und finanzielle Unterstützung hätten, die es jedermann ermöglicht, das Fitness-Studio zu besuchen. Was würde passieren?

Ich meine: nicht viel. Ich denke, ausschließlich klassische Vorgehensweisen mit Analysen und spezifizierten Trainingsanweisungen als einzige Antwortmöglichkeit auf Rücken-, Schulter-, Becken-, Knie-, Handgelenk-, Fußprobleme usw. anzubieten ist in der heutigen Zeit zu wenig und entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Kunden.

Natürlich haben wir Erfolge zu verzeichnen, aber nur zu maximal 60 % – auch mit den besten Analyse- und Trainings anleitungen. Können wir uns es also weiter erlauben, so ignorant zu sein, die restlichen 40 % einfach zu ignorieren und diese 40 % einem Psychologen zu überlassen?

Nein Leute, dieser Kunde ist nicht beim Psychologen am besten aufgehoben, sondern bei uns. Nur: Wir müssen bereit sein, ein anderes Verständnis von Gesundheit zu transportieren und ein anderes Bewegungskonzept anbieten.

Natürlich können wir mit dem Kunden Gespräche führen und dabei dann feststellen, in welcher persönlichen Anspannung der Kunde sich privat, mit seiner Firma, usw. fühlt. Das Gespräch ist ein möglicher Schritt zur Bewusstmachung und schafft Nähe zum Kunden. Er fühlt sich dann als Mensch wahrgenommen, und nicht als Knie oder Rücken. Doch wie sieht dann der nächste Schritt aus? Soll der Kunde dann wieder zurückkehren in unsere, wie wir aus vielerlei Untersuchungen wissen, nur zu 60 % erfolgversprechenden Trainingsform? Was haben wir noch zu bieten? Manch einer könnte auf der Stelle treten. Und wieder wird das herkömmliche Training mit dem herkömmlichen Trainingsplan angeboten.

Kommt denn da kein nächster Schritt, der eine erweiterte Kompetenz, das neue Gesundheitsbedürfnis betreffend, dokumentiert? Das Einfachste wäre, Funktions- und Leistungsparameter den Kundenbedürfnissen anzupassen, ihr Tagesgefühl zu berücksichtigen und das Krafttraining entsprechend anzupassen, auch wenn uns das aufgelegte Gewicht aus sportwissenschaftlicher Sicht als ungenügend erscheint. Auch könnte man sich innerhalb eines Freizeitunternehmens darauf verständigen, dass es akzeptiert wird – ohne wenn und aber -, wenn es Kunden einfach nur genießen, sich in deinen Räumen aufzuhalten und ein netter Plausch als wichtiger empfunden wird als das Training.

Die Ideallösung ist das alles aber noch nicht. Es sollte ein neues Konzept geben, ein „Raum-in-Raum-Modell” oder einen separaten Raum als einen neuen Trainingsbereich – so wie einst der Aus dauerbereich erschaffen wurde – für Menschen, deren Bedürfnisse und Ansprüche der „Neuen Generation Mensch in der Gesundheitsgesellschaft” entspricht.

Gibt es so etwas in Zukunft? Ja, es existiert bereits!

Nur heute ist mein Anliegen, das Bewusstsein für eine neue Zeit zu verändern, in den Köpfen der Fitness- und Freizeitanbieter, um neue Kundengruppen möglich zu machen. Ich glaube, dass viele Menschen den Weg zu uns suchen und bald auch finden werden.

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